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27.07.2026

Géraldine Di Tizio-Frey mit europäischer Bestzeit zum ersten Schweizermeistertitel über 100 Meter

Bericht von Jan Mühlethaler

Die Piste magique in Zürich wurde am Samstag zur Piste magique der Zugerinnen. Géraldine Di Tizio-Frey, die Saisonschnellste, lieferte nach souveränem Vor- und Zwischenlauf auch im Final ab und deklassierte die Konkurrenz. 10,96 Sekunden stehen bei ihr nicht einfach für eine Zeit: Sie bedeuten European Lead und zugleich den ersten Schweizer Meistertitel der LKZ-Athletin in dieser Disziplin. Auch die Juniorenmeisterin Milla Tonazzi überzeugte und stand erstmals in einem Final der Grossen.

Diesen Finallauf am Samstagabend im Letzigrund mitzuerleben, war mehr als ein Abend unter Leichtathletikfreunden. Der Lauf zauberte ein Lächeln aufs Gesicht, berührte, machte stolz – und gab einem die Gewissheit, all die Jahre zurecht und mit stoischer Ruhe auf diesen Moment gewartet zu haben. Auf diesen Moment und auf all jene, die noch kommen werden. 10,96 Sekunden sind auch für die erfolgsverwöhnte Schweizer Leichtathletik eine Sternstunde, in diesem Jahr nur noch überboten durch die Weltjahreszeit der Jahrhundertläuferin über 800 Meter, Audrey Werro. Milla Tonazzi, die in dieser Woche über 200 Meter und mit der Staffel für die Weltmeisterschaften der Juniorinnen in Eugene selektioniert worden ist, lief im Zwischenlauf mit 11,42 Sekunden persönliche Bestzeit und schaffte es damit in den Final. Dort wurde sie nach einem Stolperer unmittelbar nach dem Start in 11,70 Sekunden Achte.

Géraldine Frey reist nun als Saisonschnellste und mit viel Selbstvertrauen nach Birmingham. Bisher blieb die Zugerin an Grossanlässen jeweils in den Halbfinals hängen. Auch in diesem Jahr hängen die Trauben hoch, doch eine Finalteilnahme ist nun das erklärte Ziel. Alles Weitere überlassen wir den Propheten, die irgendwann Recht bekommen werden. Milla Tonazzi reist am Donnerstagmorgen nach Eugene, wo sie über 200 Meter alles geben wird, um sich so gut wie möglich zu verkaufen. Mit der Staffel liegt gar eine Medaille in Reichweite; als World Lead wird der Druck gezwungenermassen auf den Schweizerinnen liegen.

Auch Ronja Wengi hatte an den Schweizer Meisterschaften zurecht mit einer Medaille geliebäugelt. Die Weitspringerin hatte sich nach einer Operation im vergangenen Herbst wieder an die Schweizer Spitze gekämpft, musste letztlich aber mit 6,14 Metern und Platz 4 vorliebnehmen. Auch Fabienne Tiefenauer blieb mit dem Speer unter ihren Möglichkeiten. Mit 38,44 Metern scheiterte sie in der Qualifikation und blieb deutlich hinter ihrem Kantonalrekord von 44,10 Metern zurück. Eine persönliche Bestleistung gelang hingegen Loisa Schaller über 100 Meter (12,16 Sekunden). Fynn Staubli wurde im ersten Vorlauf über 400 Meter in 49,01 Sekunden Dritter. Cyril Amrhein, der schnellste Zuger Sprinter, lief über 100 Meter zweimal 10,80 Sekunden – zuerst im Vorlauf, anschliessend in den Zwischenläufen. Am Sonntag verpasste Amrhein den Final über 200 Meter nur knapp und wurde im vierten Vorlauf mit Saisonbestzeit (21,80 Sekunden) Dritter. Ivo Müller klassierte sich im ersten Zwischenlauf über 110 Meter Hürden in 15,89 Sekunden als Serienfünfter.

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